Prolongierte Trauer und Trauerbewältigung: Wenn die Zeit die Wunden nicht heilt
Der Verlust eines geliebten Menschen durch Tod oder Trennung ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen im Leben. Trauer ist dabei keine Krankheit, sondern eine natürliche, notwendige Reaktion unserer Seele. Doch manchmal gelingt es nicht, diesen Prozess aus eigener Kraft zu bewältigen. Wenn der Schmerz auch nach Monaten nicht nachlässt und das Leben stillzustehen scheint, sprechen wir von einer prolongierten (anhaltenden) Trauerstörung. In der CuraMed Akutklinik Albstadt bieten wir Ihnen einen geschützten Raum, um Ihren Verlust zu verarbeiten und behutsam wieder ins Leben zurückzufinden.
- Trauer vs. Traurigkeit: Wir helfen Ihnen zu unterscheiden: Was ist gesunde Trauerreaktion, wann ist professionelle Hilfe nötig?
- Der geschützte Raum: Ein stationärer Aufenthalt bietet die nötige Distanz zum Alltag, in dem oft alles an den Verlust erinnert.
- Ganzheitliche Trauerarbeit: Gesprächstherapie, Rituale und kreative Ausdrucksformen, wenn Worte fehlen.
- Zielsetzung: Nicht das "Vergessen" ist das Ziel, sondern dem Verstorbenen einen neuen, inneren Platz zu geben, der ein Weiterleben ermöglicht.
Wann wird Trauer behandlungsbedürftig?
Traurigkeit ist ein Gefühl, das kommt und geht. Trauer hingegen ist ein umfassender Prozess, der den ganzen Menschen erfasst. In der ersten Zeit nach einem Verlust befinden sich fast alle Betroffenen in einem Ausnahmezustand. Doch normalerweise verändern sich die Gefühle mit der Zeit. Die Wellen des Schmerzes werden seltener, der Blick richtet sich wieder vorsichtig nach vorne.
Bei einer prolongierten Trauerstörung bleibt dieser natürliche Heilungsprozess aus. Betroffene verharren in der Akutphase – oft über 6 bis 12 Monate hinaus. Ein wichtiger Indikator, den wir oft beobachten: Während das soziale Umfeld (Freunde, Bekannte) langsam zur Normalität zurückkehrt und "nicht mehr nachvollziehen kann", warum es Ihnen nicht besser geht, fühlen Sie sich isolierter denn je. Genau an diesem Punkt ist professionelle, stationäre Hilfe sinnvoll.
Die vielen Gesichter der Trauer: Symptome
Trauer findet nicht nur im Kopf statt. Sie ist körperlich und seelisch spürbar und kann das Verhalten massiv verändern. Oft verstehen Betroffene sich selbst nicht mehr ("Werde ich verrückt?").
- Tiefe Müdigkeit und körperliche Schwäche
- Massive Schlafstörungen
- Appetitverlust oder -veränderung
- Unspezifische Schmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden
- Überaktivität und Ruhelosigkeit (als Flucht vor dem Schmerz)
- Gefühl der Sinnlosigkeit: "Wozu soll ich noch aufstehen?"
- Verändertes Zeitgefühl: Stunden wirken wie Minuten oder Tage wie Jahre.
- Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit.
- Sinnestäuschungen: Man glaubt, den Verstorbenen zu sehen, zu hören oder zu riechen. (Dies ist oft kein Zeichen einer Psychose, sondern extremer Sehnsucht, bedarf aber der Abklärung).
- Mit dem Verstorbenen sprechen.
- Rückzug und Kontaktverweigerung ("Niemand versteht mich").
- Unfähigkeit, Hilfe anzunehmen oder den Alltag zu organisieren.
- Überempfindlichkeit gegenüber gut gemeinten Ratschlägen.
Unser Therapiekonzept: Den Verlust integrieren
In der CuraMed Akutklinik Albstadt geht es nicht darum, die Trauer "wegzumachen". Es geht darum, sie gangbar zu machen.
Oft fehlen Worte für den Schmerz. Durch Musik-, Kunst- oder Gestaltungstherapie geben wir Ihrer Trauer eine Form. In der Einzeltherapie bearbeiten wir auch schwierige Gefühle wie Schuld ("Hätte ich doch nur...") oder Wut auf den Verstorbenen, die im normalen Umfeld oft tabuisiert sind.
Häufige Fragen zu Trauer und Trauerbewältigung
Wie lange darf Trauer dauern?
Helfen Medikamente gegen Trauer?
Warum in eine Klinik gehen?
Medizinisch geprüft von: Dr. med. Dipl.- Psych. Thomas Frittrang (Chefarzt / Leitender Psychologischer Psychotherapeut) und Dr. med. Björn Kruse (Stv. Chefarzt / Leitender Oberarzt)
Datum der letzten Prüfung: 08. Januar 2026

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