Psychotische Störungen: Zurück in die gemeinsame Realität

Eine Psychose ist für Betroffene und ihre Angehörigen oft ein beängstigendes Erlebnis. Die Welt gerät aus den Fugen: Die eigene Wahrnehmung deckt sich nicht mehr mit der Realität der Mitmenschen. Stimmen werden gehört, Zusammenhänge gesehen, wo keine sind, und das Gefühl der Bedrohung wächst. In der CuraMed Akutklinik Albstadt begegnen wir diesem sensiblen Krankheitsbild mit höchster fachlicher Kompetenz, Diskretion und Menschlichkeit. Wir helfen Ihnen, Reizüberflutungen zu mindern und den Weg zurück in einen stabilen Alltag zu finden.

Kernaussagen zu psychotische Störungen
  • Verständnis statt Konfrontation: Wir wissen, dass das Erlebte für den Patienten absolut real wirkt. Unser Ansatz baut auf Vertrauen, nicht auf Zwang.
  • Vulnerabilitäts-Stress-Modell: Wir arbeiten an den Ursachen – oft eine Mischung aus biologischer Empfindlichkeit und akutem Stress.
  • Doppeldiagnose: Spezialisierte Behandlung, wenn zur "Selbstmedikation" Drogen oder Alkohol konsumiert wurden.
  • Reizabschirmung: Der geschützte Rahmen unserer Klinik bietet die notwendige Ruhe, um das "überhitzte" Nervensystem zu beruhigen.

Was ist eine Psychose? Eine Welt, zwei Wahrnehmungen

Bei einer psychotischen Störung ist die Informationsverarbeitung im Gehirn verändert. Betroffene erleben eine Realität, die für sie absolut wahr und unumstößlich ist – auch wenn Außenstehende diese nicht teilen können. Diese Diskrepanz führt oft zu großem Leid und sozialer Isolation.

Wir unterteilen die Symptome medizinisch in verschiedene Bereiche:

1. Wahrnehmungsstörungen (Halluzinationen)

Die Sinne spielen dem Betroffenen etwas vor. Am häufigsten ist das Hören von Stimmen (dialogisch oder kommentierend), die andere nicht hören. Aber auch optische Erscheinungen oder körperliche Missempfindungen können auftreten.

3. Formale Denkstörungen

Das Denken verliert seine Ordnung. Gedanken reißen ab, rasen durcheinander, sind zerfahren oder ergeben keinen sprachlichen Sinn mehr ("Wortsalat"). Betroffene wirken oft unkonzentriert oder schwer verständlich.

2. Inhaltliche Denkstörungen (Wahn)

Hierbei handelt es sich um eine "Privatwirklichkeit". Betroffene sind felsenfest davon überzeugt, verfolgt zu werden (Paranoia), vergiftet zu werden, eine besondere Mission zu haben oder in einer Verschwörung zu stecken. Logische Gegenargumente erreichen den Patienten in dieser Phase nicht.

4. Ich-Störungen

Die Grenze zwischen "Ich" und "Umwelt" verschwimmt. Es entsteht das beängstigende Gefühl, dass eigene Gedanken von anderen gelesen, entzogen oder eingegeben werden ("Gedankenausbreitung"). Man weiß nicht mehr, wer man selbst ist.

Die Herausforderung: Fehlende Krankheitseinsicht

Ein typisches Merkmal der akuten Psychose ist, dass Betroffene sich oft gar nicht krank fühlen. Für sie stimmt ihre Wahrnehmung; das Umfeld irrt sich. Diese fehlende Einsicht führt oft dazu, dass Hilfe abgewiesen wird. Viele Patienten versuchen stattdessen, die innere Anspannung, die Stimmen oder die Angst durch Alkohol oder Drogen (Cannabis, Amphetamine) zu betäuben. Diese vermeintliche "Selbstmedikation" wirkt jedoch fatal: Sie verschlimmert die psychotischen Symptome oft massiv und führt in einen Teufelskreis. In Albstadt sind wir erfahren im Umgang mit dieser schwierigen Situation und motivieren behutsam zur Behandlung.

Unser Therapieansatz: Schutz, Medikation und Stressbewältigung

Unser Behandlungskonzept basiert auf dem modernen Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Das bedeutet: Wir gehen davon aus, dass eine biologische Empfindlichkeit (Vulnerabilität) vorliegt, die durch akuten Stress zum Ausbruch der Krankheit führt.

1. Reizabschirmung & Medikation

In der Akutphase braucht das Gehirn vor allem eines: Ruhe. Wir bieten einen reizarmen Raum. Eine moderne, individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung (Antipsychotika) ist oft unverzichtbar, um den "Reizfilter" des Gehirns wiederherzustellen und quälende Ängste oder Halluzinationen zu lindern.

2. Psychotherapie & Psychoedukation

Sobald eine Gesprächsfähigkeit gegeben ist, arbeiten wir therapeutisch:

  • Realitätscheck: Vorsichtiges Überprüfen der Wahrnehmungen.
  • Stressmanagement: Identifikation von persönlichen Stressfaktoren, die Schübe auslösen können.
  • Frühwarnsystem: Erarbeiten von persönlichen Warnsignalen (z. B. Schlafstörungen), um künftige Krisen rechtzeitig abzufangen.
3. Einbezug der Angehörigen
Psychosen belasten Beziehungen schwer. Wir bieten – mit Einverständnis des Patienten – Gespräche an, um Angehörige aufzuklären und den Umgang miteinander zu erleichtern.

Häufige Fragen zu psychotische Störungen

Medizinisch geprüft von: Dr. med. Dipl.- Psych. Thomas Frittrang (Chefarzt / Leitender Psychologischer Psychotherapeut) und Dr. med. Björn Kruse (Stv. Chefarzt / Leitender Oberarzt)
Datum der letzten Prüfung: 08. Januar 2026

Natur & Umgebung Albstadt
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