Therapie bei ADHS: Wege zu mehr Struktur und Ruhe

Eine Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft nicht nur Kinder. Häufig bleiben die Symptome in der Jugend unentdeckt, sodass die Erkrankung im Erwachsenenalter fortbesteht – oft mit gravierenden Auswirkungen auf Beruf und Partnerschaft. In der CuraMed Akutklinik Albstadt unterstützen wir Sie dabei, die Ursachen Ihrer Unruhe zu verstehen und Strategien zu entwickeln, mit denen Sie Ihren Alltag wieder selbstbestimmt gestalten können.

Kernaussagen zu ADHS
  • Späte Diagnose: Erkennung von ADHS auch dann, wenn es bisher maskiert war. 
  • Selbststeuerung: Vom "Getriebensein" hin zu mehr Achtsamkeit und Struktur. 
  • Ganzheitlicher Ansatz: Kombination aus Psychotherapie, Coaching-Elementen und bei Bedarf medikamentöser Einstellung. 
  • Behandlung von Folgen: Therapie begleitender Depressionen, Ängste oder Suchtproblematiken.

Wenn die Unruhe bleibt: Symptome im Erwachsenenalter

Anders als bei Kindern zeigt sich ADHS bei Erwachsenen oft weniger durch körperlichen Bewegungsdrang, sondern durch eine quälende innere Unruhe und Desorganisation.

Häufigsten Anzeichen von ADHS
  • Aufmerksamkeitsstörungen: Schwierigkeiten, bei einer Sache zu bleiben, schnelles "Verzetteln". 
  • Hyperaktivität & Innere Unruhe: Das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen, Unfähigkeit zu entspannen. 
  • Impulsivität: Voreilige Entscheidungen, Wutausbrüche oder Dazwischenreden. 
  • Desorganisation: Probleme beim Zeitmanagement, Vergesslichkeit ("Chaoten-Image"). 
  • Prokrastination: Extremes Aufschieben von wichtigen Aufgaben bis zur letzten Minute. 
  • Stimmungsschwankungen: Geringe Frustrationstoleranz und schnelle Launenwechsel.

Folgen und Risiken einer unbehandelten ADHS

Bleibt die Störung unbehandelt, versuchen Betroffene oft jahrelang, ihre Defizite durch enorme Anstrengung auszugleichen. Dies führt häufig zu Erschöpfung und weiteren Problemen: 

  • Beruf: Häufiger Jobwechsel, Arbeitsplatzverlust oder drohende Erwerbsminderung. 
  • Soziales: Konflikte in Partnerschaften und Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen. 
  • Verkehr: Erhöhtes Risiko für Unfälle und Einschränkungen im Straßenverkehr. 
  • Selbstwert: Fragiles Selbstbewusstsein durch wiederholte Misserfolgserlebnisse.
Die Gefahr der Selbstmedikation

Um die innere Spannung zu regulieren, greifen viele Betroffene zu Alkohol, Drogen oder Beruhigungsmitteln. Was als "Selbstmedikation" beginnt, kann in eine Suchterkrankung führen. Auch Depressionen und Angststörungen sind häufige Begleiter (Komorbiditäten). Unser Konzept sieht vor, diese Begleiterkrankungen immer mitzubehandeln.

Unser Therapiekonzept: Kontrolle zurückgewinnen

Unser Ziel ist es nicht, Ihre Persönlichkeit zu verändern, sondern Sie handlungsfähig zu machen. Sie sollen die Symptome kontrollieren – nicht umgekehrt.

1. Diagnostik & Verstehen

Wir führen eine fundierte klinische und psychometrische Diagnostik durch. Gemeinsam analysieren wir lösungsorientiert die Ursachen und Faktoren, die Ihre Symptomatik aufrechterhalten.

2. Multimodale Therapie & Training

Wir entwickeln einen individuellen Plan, der psychotherapeutische und trainierende Verfahren integriert: 

  • Emotionsregulation & Achtsamkeit: Strategien, um Gefühle früher wahrzunehmen und besser zu steuern. 
  • Selbstmanagement: Einüben von Strukturen für den Alltag. 
  • Ressourcenarbeit: Stärkung Ihrer positiven Eigenschaften wie Kreativität und Begeisterungsfähigkeit.
3. Medikamentöse Unterstützung
Bei Bedarf können Wirkstoffe wie Methylphenidat oder Lisdexamphetamin helfen, die Reizfilterung im Gehirn zu verbessern. Dies geschieht immer nach ausführlicher Aufklärung und als Unterstützung zur Psychotherapie, damit Sie therapeutische Inhalte besser aufnehmen und umsetzen können.

Häufige Fragen zu ADHS

Medizinisch geprüft von: Dr. med. Dipl.- Psych. Thomas Frittrang (Chefarzt / Leitender Psychologischer Psychotherapeut) und Dr. med. Björn Kruse (Stv. Chefarzt / Leitender Oberarzt)
Datum der letzten Prüfung: 08. Januar 2026

Natur & Umgebung Albstadt
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