Weil Herz und Psyche eng miteinander verbunden sind.

Schon das typische Herzklopfen wenn wir aufgeregt sind, belegt es: Zwischen Herz und Psyche besteht ein enger Zusammenhang. Hier liegt die Domäne der Psychokardiologie: Sie befasst sich mit den Wechselwirkungen von psychischen Faktoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Langsam aber sicher steigt auch bei Herzkrankheiten das Bewusstsein für die Bedeutung psychischer Aspekte. Die Psychokardiologie wirkt hier als Schnittstelle zwischen den entsprechenden Fachbereichen Kardiologie und Psychosomatik.

In unserer Klinik richtet sie sich insbesondere an Patienten mit einer Herzerkrankung, die in diesem Zusammenhang zum Beispiel unter Angst oder Depression leiden. Auch allgemeiner Stress kann in diesem Kontext behandlungsbedürftig sein. Insgesamt leiden fast 50 Prozent aller Herzpatienten unter derartigen Symptomen.

Darüber hinaus begleiten und behandeln wir auch Patienten, die zwar körperlich am Herzen gesund sind, jedoch unter einer so genannten Herzangst leiden. Sie tritt meist nach einem Herzinfarkt oder einem Herzstillstand auf.

Wesentliche Aufgaben und Maßnahmen

Unsere Psychokardiologie ist geprägt von einer engen und zielführend aufeinander abgestimmten Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Psychotherapeut. Auf dieser Basis fokussieren wir vor allem auf seelische Faktoren wie Angst, Depression, Stress, Wut oder Ärger, die nicht abschließend verarbeitet wurden. Sie alle haben Einfluss auf Herzerkrankungen und sollten sorgfältig therapiert werden, etwa im Rahmen einer psychokardiologischen Rehabilitation.

Darüber hinaus betrachten wir im Rahmen unseres ganzheitlichen Herz-Management-Programms weitere Risikofaktoren wie einen erhöhten Cholesterinwert, Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht.

In enger Abstimmung mit der kardiologischen Betreuung wird mit Ihnen ein Programm zum adäquaten Umgang mit Stressoren und Emotionen trainiert. Ergänzend hinzu kommen Anleitungen für ein wirkungsvolles Bewegungstraining und zur gesunden Lebensführung, die individuell angepasst werden.

Psychokardiologie in der Akutklinik Albstadt

Typische Zusammenhänge und Wechselwirkungen

Inzwischen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien, die belegen, wie psychische Faktoren oder Krankheiten wie Angst, Stress oder Depression das Herz beeinträchtigen können und umgekehrt.

Angst

Schon die Redensart „Mir schlägt das Herz bis zum Hals vor Angst“ drückt anschaulich aus, wie Ängste auf das Herz als physisches Organ einwirken können. Studien haben ergeben, dass 40 Prozent aller Patienten mit Herzbeschwerden einen psychischen Konflikthintergrund aufweisen, wobei Ängste eine zentrale Rolle spielen. Auch Ängste vor oder nach konkreten Eingriffen wie einer Herzoperation sollten professionell begleitet und behandelt werden, um zum Beispiel die Gefahr einer späteren Depression zu vermeiden.

Depressionen

Bereits bestehende Depressionen erlangen angesichts einer Herzerkrankung nochmals zusätzliches Gewicht. Unter anderem erhöhen depressive Symptome die Hospitalisierungsrate oder das Risiko negativer Vorfälle nach einem operativen Eingriff am Herzen. Auch hier greift die Psychokardiologie in Form gezielter therapeutischer Maßnahmen, die regelmäßig mit der Kardiologie abgestimmt und koordiniert werden.

Stress

Ob regelmäßige äußere Beeinträchtigungen oder einzelne gravierende Negativ-Ereignisse: Stress kann heutzutage unterschiedlichste Ursachen haben und sich in verschiedenster Form zeigen. Wie sehr er dabei die Herzgesundheit stören kann, belegt beispielhaft etwa das seit den 1990er Jahren medizinisch offiziell anerkannte Broken-Heart-Syndrom, bei dem plötzliche hochemotionale Ereignisse eine Herzerkrankung nach sich ziehen, die einem Herzinfarkt ähnelt.

Traumata

Eine Herzerkrankung beziehungsweise das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Spenderherzens können als regelrecht traumatisch empfunden werden, etwa durch die damit verbundene Konfrontation mit dem eigenen Tod. Auch hier sollte eine gesonderte psychotherapeutische Begleitung erfolgen, um zum Beispiel massive Gefühle angemessen zu verarbeiten oder eine wieder tragfähige Sicht auf das Leben zu gewinnen.

Persönlichkeit

Bisweilen sind es auch bestimmte Muster in der eigenen Persönlichkeit, welche die Gefahr einer Herzerkrankung erhöhen oder bestehende Erkrankungen negativ beeinträchtigen. Gefährdet sind vor allem jene Menschen, die „ungute“ oder „verbotene“ Gefühle wie Ärger, Wut und Traurigkeit nicht angemessen zum Ausdruck bringen, sondern vorrangig gegen sich selbst richten beziehungsweise runterschlucken. Umso häufiger und dauerhafter kann es zum Beispiel zu Ängsten, Depressionen oder auch körperlichen Beschwerden kommen, die auf Dauer auch das Herz beeinträchtigen können.

Somatische Medizin

Mit einem eigenen Fachbereich für somatische Medizin verfügt unser Haus über vertiefte Kompetenz im Erkennen und Behandeln der körperlichen Ebene eines psychosomatischen Leidens.

Ansprechpartner

Natur & Umgebung Albstadt

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